Bericht und Fotos 2015

Bergischer6Stundenlauf 2015

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2014 war ich als Läufer beim 6h-Lauf-Münster dabei. Zunächst skeptisch, doch es gefiel und ich wollte auch „so etwas“ machen. Über Facebook dazu aufgerufen fanden sich letztes Jahr 21 tapfere Probanden zum Lauf an der Eschbachtalsperre in Remscheid ein. Nach 6 Stunden laufen verlangte ich ihnen dann auch noch ab, einen Umfragebogen auszufüllen. Alles in Allem kam der Lauf prima an und noch am gleichen Tag war klar, dass ich für 2015 wieder einen 6h-Lauf planen würde.

Ursprünglich sollte er bereits dieses Jahr als offizieller Lauf durchgeführt werden. Das hat noch nicht geklappt und nach Absprache mit dem Ordnungsamt der Stadt Remscheid wurde mir erlaubt, 70 Läuferinnen und Läufer an den Start zu bringen.

Somit fanden sich zunächst 8 Teilnehmer auf einer Warteliste wieder und ich musste sogar ca. 15 Personen absagen und sie auf 2016 vertrösten.

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Was dann kam, war einfach nicht zu beeinflussen…

…den Dienstag vor dem Lauf hieß es, dass für den Samstag Temperaturen von bis zu 38°C. in Remscheid zu erwarten wären und für den Sonntag knapp 29°C. Ich bin eigentlich eine sehr unerschrockene Person, doch das wurde mir -aus Veranstaltersicht und mit physiologischem Hintergrundwissen- einfach zu gefährlich; die Gefahr für die Gesundheit bei 38°Celsius 6 Stunden lang laufen zu lassen einfach zu groß, denn bei mir laufen nicht nur erfahrene Ultraläufer, sondern ebenso Menschen mit, welche erstmals in ihrem Leben mehr als 21km am Stück schaffen wollen.

Nach kurzer Facebookumfrage den Lauf auf morgens um 07:00Uhr zu verschieben, hatte ich damit ein Chaos angerichtet und war auch nicht schlauer als vorher. Was also tun!?? Ich ging tief in mich und wog jedes Für und Wider gegeneinander ab. Ganz absagen brachte ich nicht über`s Herz. Die Alternative war der Sonntag mit halbwegs annehmbaren Temperaturen. Hierdurch kam es vermehrt zu Absagen, da viele Teilnehmer einfach schon den Sonntag anders verplant hatten. Das tat mir sehr weh. Nun denn…sie bekommen die 10,-Euro Startgeld für 2016 gutgeschrieben.

Natürlich ist so etwas immer schade. Jedoch war ich froh, den Lauf nun überhaupt -auf vernünftiger Basis- durchführen zu können.

Nun kam aber noch mein Versprechen an meinen Freund Thomas Eller hinzu, ihn bei seiner eigenen Laufveranstaltung, dem Kölnpfad (171km nonstop), zu helfen. Und da ich Versprechen nur äußerst ungerne breche, war ich den ganzen Samstag über in „Kölle“ unterwegs. Abends dann die Einkäufe für den 6h-Lauf getätigt, den Sprinter beladen und nochmal die Kontrollliste durchgeschaut. Das klingt so einfach, kostet aber einige Stunden sowie viel Kraft und Schweiß.

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Der Sonntag:

04:00Uhr – Aufstehen

05:20Uhr – vor Ort und die Schlepperei beginnt

05:55Uhr – Hilfe in Form von Jörn Abrahams naht

06:40Uhr – erste Teilnehmer in Sicht und mir fällt auf, dass die Kasse fehlt…in der Kasse sind Nadeln, Armbändchen und Startnummern

07:10Uhr – ich bin -nach leicht zu schneller Autofahrt- mit den fehlenden Sachen zurück.

Jens Mewes, ein weiterer Freund und Helfer, ist mit Jörn schon fleißig zu Gange und baut die 4 Pavillons auf – welch ein Segen, denn knappe 30 Minuten später kam ja ein bischen Wasser vom Himmel…..

07:40Uhr – letzte Startnummern werden verteilt, kurze Ansprache und bei dem Tipp, die Toilette vielleicht noch schnell aufzusuchen, war das halbe Läuferfeld plötzlich weg – ein Rennen vor dem Rennen.

Der Lauf:

Ziemlich pünktlich gegen 08:00Uhr schickt Jörn alle Läufer mit dem Startschuss aus der Pistole auf die Strecke.

Ein wenig Regen, ein paar kleine Blitze und Donner…..wen juckt das schon!? Im Ernst: Ihr bleibt erstaunlich gelassen ob der Schwere des Gewitters. Und wer Angst hatte, lies es sich kaum anmerken. Tapfer, tapfer!!! Ich war doch wirklich sehr erleichtert, dass ihr so cool reagiert habt. Danke.

Mit Annette war das Helferteam komplett und während ihr eure ersten Runden drehtet, füllte sich die „Fressmeile“ mit mehr und mehr Leckereien. Dies verleitete zum Beispiel Carsten Naujokat (Organisator des Herzlauf-Hilden) dazu, nach 4 Runden seine Laufaktivitäten einzustellen und sich auf Essbares zu konzentrieren.

Markus Jürgens, der spätere Sieger mit über 70km in den Beinen, ging zusammen mit Alois Wimmer und einem weiteren Läufer sehr schnell an. Alle 3 hatten die erste Runde innerhalb von 13:45min beendet. Das rächte sich später, denn nach dem Wolkenbruch und dem frischen Wind heizte sich die Luft schnell wieder auf. Es wurde schwülwarm und die Strecke war recht matschig. Nach einem weiteren Gewitter, direkt über uns, riss der Himmel dann endgültig auf und die Sonne heizte ein. Nach 4 1/2 Stunden und bei knapp 31°C. wurde es hart und an der Verpflegungsstelle zunehmend voll. Viele von euch wollten gar nicht mehr los, doch es sollte ja ein 6Stundenlauf sein. Es machte sich der ein oder andere Gedanken zu ganz persönlichen Laufzielen und darüber, ob diese noch zu erreichen seien.

Jeder für sich.

Auch dieses Jahr waren die unterschiedlichsten persönlichen Erfolge zu vermelden. Manche von euch liefen erstmals mehr als 21, 30, 35km am Stück, andere ihren ersten Marathon oder Ultramarathon überhaupt.

Bei den Damen waren die Vorjahressiegerin Kerstin Conrad und Claudia Stader abwechselnd vorne – ein enges Rennen. Da Kerstin eine Verletzung noch nicht vollständig auskurriert hat und etwas Schmerzen verspürte, stieg sie vorzeitig -in Führung liegend- aus (46,4km). Nun war der Weg für Claudia (genannt Uschi) frei. Es hätte sie nur noch sie selbst mit ihren berühmt-berüchtigten Toilettenpausen schlagen können, aber die für den SolingerLC startende Ultraläuferin kniff zusammen und wurde erste Frau mit 58,365 erlaufenen Kilometern. Die stets gutgelaunte Corinna Nather (Finnys fleißige Füße /Marl) erreichte bei 54,631km einen guten zweiten Platz. Platz 3 und 4 lagen nur 1,1km auseinander. Es konnte sich die 62-jährige Sabine Moseke mit 52,2km (ebenfalls SolingerLC) vor Ute Zentgraf (VEGAN POWER) mit 51,1km durchsetzen (Ute geht 1mal, höchstens 2mal pro Woche laufen). Damit gingen alle 3 ersten Plätze nach Solingen!

Bei den Herren lieferten sich Markus Jürgens und Alois Wimmer in den letzten beiden Stunden ein packendes Rennen. Beide liefen meist in der gleichen Runde und Markus (läuft den Marathon rückwärts in 4:10h!!!) musste sich ganz schön strecken, um Alois (kann 240km am Stück laufen) auf Distanz zu halten. Markus hatte letztendlich 1,6km Vorsprung und überbot als einziger Läufer die 70km-Marke (70,232km). Alois nahm es locker und freute sich über Platz 2 (68,742km). Dritter (66,265km) wurde Wolfgang Schwerk. Das war der Läufer, welcher in Sandalen lief. Schaut mal, was Wolfgang in seiner Laufkarriere alles erreicht hat! Hierzu lohnt sich ein Blick in die Statistikseite der DUV (DeutscheUltramarathonVereinigung). Er darf sich sogar Weltrekordler nennen!!!

Aber ganz egal wer wieviel lief unter diesen erschwerten Bedingungen und auf welchem Platz er /sie landete. Ich hatte den Eindruck, dass die 53 Läuferinnen und Läufer (29 Herren /24 Damen), welche von euch sich an den Start „getraut“ hatten, mit Spaß bei der Sache waren. Und genau dies ist mir wichtiger als alles andere.

Um im Vorfeld des Laufes etwas Druck herauszunehmen, lobte ich ganz bewusst keine Siegerpreise aus, sondern verloste je 3 Damen- und Herrenfreistarts für einen meiner Läufe unter allen Teilnehmern.

Die je 3 Damen- und Herrengewinner der Freistarts stehen bereits fest.
Es dürfen sich freuen:
Oliver Przybilla
Wolfgang Schnitzker
Lars Heßling
Renate Sombert
Natalie Hoffmann-Lenz
Jutta Fischer

Ihr dürft zwischen folgenden Läufen auswählen
(der Freistart ist nicht übertragbar und gilt jeweils für die nächste Veranstaltung):

27.09.2015 – http://oliwupperbergemarathon.wordpress.com
27.12.2015 – http://bergischerwupperlauf.wordpress.com
09.04.2016 – http://eisenbahnlaufhattingen.wordpress.com
22.05.2016 – http://rheinsteigextremlauf.wordpress.com
02.07.2016 – https://bergischer6stundenlauf.wordpress.com

Herzliche Glückwünsche!

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Mit Ablauf der 6 Stunden machten sich Jörn und ich sofort an die Restmetervermessung. Unsere Rundenzeit für die 2900 Meter: 35:17min.

Es war für uns sehr schön zu sehen, dass so viele von euch noch geblieben waren und wir -während Jörn dann mit Ausrechnen beschäftigt war- noch nett zusammensitzen und Spaß haben konnten.

Eigentlich hätte ich die Urkundenübergabe ja noch viiiel länger gestaltet, denn Jörn und mir war klar, dass nun für uns der schwerste Teil anstehen würde – das Aufräumen. Dies war eine recht undankbare Aufgabe, zumal wir nicht mit dem Sprinter an die Staumauer durften, sondern alles zu zweit zum Parkplatz tragen mussten. Bis 18:00Uhr brauchten wir.

Da muss ich mir an die eigene Nase fassen und mir für 2016 zwei Helfer mehr „besorgen“. Will jemand freiwillig?

Und da ich vollends im Eimer war, räumte ich den Sprinter daheim erst am nächsten Morgen um 06:00Uhr bei angenehmen 16°C. leer. Hier muss ich unbedingt Reiner Dettbarn erwähnen. Er lief nicht nur selbst mit, sondern brachte Annette zum helfen mit, zimmerte mir die Becherhalter und stellte den Sprinter zur Verfügung. Danke Reiner. Wenn jemand von euch einen guten Tischler braucht….http://www.dettbarn-treppen.de/

Danke an Jörn für 12 Stunden Aufopferung.

Danke an Annette für 6 Stunden Fresstheke und Rundenzählen.

Danke an Jens Mewes für 5 Stunden Aufbauen, Essen anrichten, Runden zählen.

Danke an Reiner Dettbarn (siehe oben!).

Danke an Herrn Brefka vom Autobahnmotel für die Toilettenbenutzung und den Strom.

Danke an das Freibad der Stadt Remscheid für fair ausgehandelte Eintrittspreise.

Danke an den Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Remscheid, Herrn Pfordt und die Mitarbeiterin der „Unteren Landschaftsbehörde“, Frau Wunder für die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit.

Danke für das „Eis am Stiel“ von Yvonne Simon.

Danke für die Kuchenspende, Silvia Schütz.

Danke für weitere Kuchen, Muffins und selbstgebackenes Brot – ich weiß gar nicht wer da so nett war!

Danke an euch für euer Vertrauen in mich als Organisator und Danke für eure Flexibilität, auch Sonntag statt Samstag mitgemacht zu haben.

Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Leidenschaft ihr diesen Sport betreibt.

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Jetzt sitze ich glücklich mit einem Grinsen im Gesicht daheim, schreibe diese Zeilen und vertilge das restliche Essen von Sonntag.

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Bitte lasst mir Lob und Kritik zukommen, damit ich den Lauf für kommendes Jahr weiter verbessern kann!

Wir sehen uns gerne wieder. Es war anstrengend, hat aber einen Riesenspaß bereitet.

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Sportliche Grüße…

Oliver

Tschüss

IMG_5935

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Fotos von Lutz Scheerer

https://picasaweb.google.com/118403961045659256869/Bergischer6StdLauf05072015?authuser=0&authkey=Gv1sRgCKGb0LOMyZ3itAE&feat=directlink

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